Viele Käfer lieben Holz – die Biotopstruktur Wurzelgarten / Stumpery
Mehr als 1.400 hiesige Käferarten und/oder ihre Larven benötigen Holz in unterschiedlichen Variationen. Sie finden hier ihre ökologischen Nischen. Unterstützen kann man sie zum Beispiel mit Käferkellern (20–40 cm Tiefe) unter alten Wurzelballen und Schnittgut von Baumschnitt – also in sogenannten Wurzelgärten – oder auch mit Käferpyramiden aus Ästen und Reisig.
Im Herbst 2024 haben wir im NABU-Ruhrgebietsgarten die vorhandenen Gehölze geprüft und entschieden, die hier nicht heimischen und wenig insektenfreundlichen Arten zu roden. Sie wurden gesammelt, um später als Totholz wertvolle Biotopstrukturen für Käfer, Wanzen und Co. zu werden.
Die erste Maßnahme fand im März 2025 mit der Anlage einer Stumpery, eines Wurzelgartens, statt. Als Standort wurde ein Bereich im hinteren, eher schattigen Gartenteil neben einer verbliebenden Kletterhortensie ausgesucht.
Für einen Wurzelgarten wird vorab eine flache Grube ausgehoben, in die Totholzstämme mit ihren abgetrockneten Wurzelballen locker und ästhetisch gelegt werden. Das gerodete Gehölz dieses Kleingartens bot keine dicken Altholzstämme. Daher haben wir auch keine große Struktur mit tiefem Käferkeller geplant, sondern auf der geplanten Fläche rechts der Gartenlaube eine Fläche von ca. 2 m Länge und 90 cm Breite etwa 25–30 cm tief ausgehoben. Die vorhandene Kletterhortensie (Hydrangea anomala ssp. petiolaris var.) linkerhand wurde als Altholzbestand belassen.
Zuerst wurden einige dickere Äste als Ansitze für Singvögel hochkant eingesetzt. Dann folgten im unteren Bereich der Grube einige kleinere Äste als Versteckmöglichkeiten für Käfer und Co. Anschließend wurden diverse Stamm- und Aststücke mit und ohne Wurzelteller eingeschichtet.
Als Abschluss wurde eine Umrandung aus dickeren Stämmen als Beetkante gelegt und mit jungen, schattenverträglichen Stauden wie z. B. Geflecktem Lungenkraut (Pulmonaria spec.), Schneeglöckchen (Galanthus spec.), Beinwell (Symphytum spec.) und Vergissmeinnicht (Myosotis spec.) bepflanzt.
Somit ist ein eher kleiner Wurzelgarten entstanden. Was dem Projekt zur Käferförderung hoffentlich keinen Abbruch tun wird.