Der NABU-Ruhrgebietsgarten in Dortmund

Zum 1. November 2024 konnten wir einen neuen Kleingarten in der KGV „Friedlicher Nachbar" pachten. Mit diesem „NABU-Ruhrgebietsgarten" eröffnete sich nun für uns als Fachgruppe die große Chance und Aufgabe, diesen Garten von einem konventionellen in einen naturnahen Garten umzuwandeln und diese Veränderungen zu dokumentieren.

Wichtig hierbei ist es, unser erarbeitetes Fachwissen, die Vorschläge des NABU-Bundesverbandes für ökologische Gärten und die Berücksichtigung der Gartenordnung des Stadtverbandes für Dortmunder Kleingärten zusammenzuführen.

Strukturreiche Beet-Gestaltungen, auch mit offenen Gartenböden als Nistangebote für Wildbienen, sind entstanden. Insektenfreundliche Wildstauden und kleine Wildsträucher ermöglichen Nahrung für Insekten und bieten den Besuchern interessante Hingucker.

Kleine Wasserstellen und das neu angelegte Libellen-Feuchtbiotop bieten vielen Lebewesen im Garten Wasser und Nahrung. Heimische Sumpfstauden sind gepflanzt und werden in den kommenden Jahren hoffentlich auch als Unterschlupf und Überwinterungsquartiere von Libellenlarven und Amphibien angenommen. Die ersten ließen sich bereits sehen.

Auch Trockenmauern und Totholzecken dürfen nicht fehlen. Eine Benjeshecke im Zusammenspiel mit einer „Wilden Ecke" ist bereits 2025 angelegt worden. Eine Reihe Beerenobststräucher und ein Apfelbaum für die kleingärtnerische Nutzung runden diesen Teilbereich des Gartens ab. Als weitere Biotopstruktur ist eine Naturstein-Trockenmauer mit anschließender Kräuterspirale entstanden.

Die vorgeschriebene kleingärtnerische Nutzung, das heißt der Anbau von Obst und Gemüse für den Eigenbedarf, ist uns ein wichtiges Anliegen. Denn auch im Bereich der Nutzpflanzenvielfalt gibt es einen hohen Verlust der Artenvielfalt. Über ein Drittel des Gartenbereichs ist dafür eingeplant. Wir haben diverse Obstgehölze wie Quitte, Johannisbeeren, Stachelbeeren, Himbeeren etc. gepflanzt, und es sind diverse Gemüsebeetformen entstanden. Ein Hügelbeet und diverse Hochbeete in verschiedenen Höhen dienen neben der Nutzung auch der Forschung zum unterschiedlichen Gießwasserbedarf der Beete. Wasser ist ein kostbares Gut und sollte umsichtig verwendet werden. Eine große Rasenfläche wird nun langsam mithilfe der No-Dig-Methode in ein Gemüsebeet umgewandelt. Der Anbau erfolgt mit samenfesten, z. T. auch traditionellen Gemüsesorten. Die Erhaltung und Weitervermehrung vergessener Gemüsesorten wie Spargelerbsen, Melde oder Haferwurzeln sind uns wichtig. In den kommenden Jahren sind entsprechende Führungen und Workshops dazu geplant.

Auch das Regenwasser-Management ist ein zentraler Punkt in der Planung. Nichts soll in die Kanalisation abgeschwemmt werden. Das wertvolle Wasser wird innerhalb der Gartenfläche gehalten und genutzt – unter anderem durch das Schwammstadtprinzip der humusreichen Gartenböden, im Gartenteich sowie durch die Sammlung des Laubendachwassers in einer Zisterne und Regentonnen zur weiteren Verwendung als Gießwasser.

Auf unserem Weg einer naturnahen Gartengestaltung begleitet uns der „Naturkanal NABU Dortmund" filmisch.

Unser großes Ziel ist es, in den kommenden Jahren weiterhin den Klein- und Hausgärtnern des Ruhrgebiets in Gartenführungen, Vorträgen und Workshops zeigen zu können, wie kleine Veränderungen in innerstädtischen Gärten bereits zu mehr Nachhaltigkeit und ökologischem Wert führen können.

Gartentermine

Während der Gartensaison von März bis Oktober gibt es jeden 1. und 3. Samstag im Monat einen „Offenen Gartentag" von 10–14 Uhr zum aktiven Mitarbeiten. Der Garten ist an diesen Tagen aber auch eine Anlaufstelle für Interessierte. Es  Personen der Fachgruppe Garten anwesend, um bei gärtnerischen Fragen beraten zu können.

Kontakt: naturgarten@nabu-dortmund.de

Wir freuen uns auf eure Mitarbeit, eure Beratungsanfragen und einen angeregten Austausch!